Erfolgreich gegen den Mausarm

 

Hören Sie auf, so wild umeinander zu klicken! Das kann übel enden. Zum Beispiel mit einem RSI-Syndrom. Auch bekannt als Mausarm oder Sekretärinnenkrankheit. Irgendwann hängt Ihnen der Klickfinger nur noch schlaff am schmerzenden Arm und Sie können Ihre PC-Karriere knicken.


Seitdem in meinem Bekanntenkreis mehrere an RSI leiden und sich quasi virtuell verabschieden mussten (die Einschläge kommen näher!) bin ich vorsichtig, was das Klicken angeht. Da heißt es den zahlreichen Verlockungen standzuhalten. Die ultimativen Tipps, wie ich mein Leben wieder in den Griff bekomme, habe ich links liegen gelassen (wie soll man was im Griff haben, wenn der Klickfinger nicht mehr mitmacht). Die „10 peinlichsaten Eigentore“ habe ich mir, obwohl großer Freund der Schadenfreude, ebenfalls geschenkt. Inzwischen überlege ich mir dreimal, bevor ich klicke. Ach was: zehnmal.


Allerdings sollten Sie vor lauter Überlegen nicht vergessen, richtig hinzuschauen. Neulich weckte beispielsweise die Überschrift „Klage über Deppenmangel“ mein verschärftes Interesse.  Gerade im Alter werden schließlich die Gleichgesinnten, die Brüder und Schwestern im Geiste, immer rarer. Deswegen erschien es mir durchaus vorstellbar, dass Wirtschaft, Politik und Medienmacher jene Deppen vermissen, die jeden Scheiß mitmachen oder käuflich erwerben. Wenn alle alles besser wissen und immer kritisch aufheulen, dann regiert es sich schwerer, dann sind Produkte schlechter an den Mann zu bringen und dann freut sich am Ende auch keiner über den Frankentatort.


Doch nach Klicken auf den Artikel wurde ich schwer enttäuscht. Da ging es um Hotels und Messen. Erst war ich stinksauer. Doch dann musste ich mir leider eingestehen: Es war ein Freud´`scher Verleser. In Wirklichkeit stand da nämlich: Bettenmangel.


Merken Sie sich also: Erst genau lesen, dann zehnmal überlegen und schlussendlich am besten nicht klicken. So schlagen Sie der Sekretärinnenkrankheit mit Sicherheit ein Schnippchen.