Kaufen Sie sich bloß kein Eipäd!

 

Als ich neulich mal wieder gemütlich fürbaß durchs Netz spazierte, stieß ich auf zwei Videos, die sich beiden mit einem neuen Kleincomputer beschäftigen, der Eipäd oder so ähnlich heißt. In einem sieht man ein zweijähriges Mädchen, das mit dem Teil ohne Eingewöhnungszeit arbeitet, im anderen ist es gar eine Katze, die dort Girlanden zeichnet und Klavier spielt.


Ich kann das nicht gutheißen. Mal abgesehen, dass Kinder an Holzbauklötze und Katzen an Kratzbäume gehören, muss man doch die Frage stellen: Warum haben wir uns jahrelang mühsam mit verschiedenen Windows-Systemen, mit seltsamen Tastenbefehlen und mit spröden Tastaturen abgeplagt, wenn dann jedes Kleinkind und dröge Katzen das genauso können? Der Künstler soll erst einmal leiden. So ist das doch.


Es kann doch nicht sein, dass die ganze Lebenszeit, die wir etwa ins Üben des STRG-ALT-ENTF-Klammergriffs gesteckt haben, umsonst war. Das muss sich doch auszahlen, dass wir uns da geplagt haben. Auch dass man dieses Teil im Liegen oder auf dem Sessel flätzend bedienen kann, finde ich nicht korrekt. Haben wir uns nicht extra optimierte Computertische gekauft, ergonomisch gefertigte Bürostühle und Mauspads mit silikongefühlten Handballenauflagen, damit sich die körperlichen Folgeschäden durch das Verharren in einer bestimmten Arbeitsstellung in Grenzen halten? Das soll jetzt alles egal, ach was sage ich, obsolet sein?


Auf den Dingern soll man ja auch Filme ansehen, Musik hören und Romane lesen können. Überall. Soll ich wohl auch noch mein Fernsehgerät und meine schweineteure HiFi-Anlage entsorgen und meine Bücher dem Altpapier überantworten? Dann müsste ich ja zugeben, dass ich die letzten Jahre mein mühsam erarbeitetes Geld fehlinvestiert habe.


Dann müsste ich am Ende noch mein Fernsehzimmer an Studenten vermieten, weil ich künftig auch auf dem Balkon oder im Garten Filme gucken kann. Nein! Mit mir nicht!