Aus Versehen hingeklickt...

 

Ein katholischer Kollege berichtete mir neulich von einem Malheur, das ihm widerfahren ist. »Aus Versehen« habe er im Internet eine Pornoseite aufgerufen. Doch bevor »nackte Euter« seinen Bildschirm füllen konnten, stürzte der Computer ab.


Wenn man seine Hardware von Aldi und seine Software von Microsoft beziehe, sei es normal, dass das Gerät öfter mal abstürze, sagte ich und täuschte Allgemeinbildung vor. Nein, nein, meinte der katholische Kollege. Da sei angeblich ein vom Vatikan entwickeltes Zusatzprogramm schuld, das verhindere, dass »rechtgläubige Schäfchen« in Versuchung geführt werden.


Nun bin ich kein Katholik und glaube daher nicht alles. Dennoch habe ich vor dem neuen Papst – schon aufgrund dessen oberbayerischer Staatsbürgerschaft – einen Heidenrespekt. Außerdem: Wenn selbst der Vatikan merkt, dass man Schmuddelkram anklickt, wer bekommt das sonst noch alles mit?


Nach dem Gespräch mit dem Kollegen beschloss ich, im Netz vorerst anonym zu bleiben. Das geht, und zwar mit anonymouse.ws. Glauben Sie nicht? Dann gehen Sie doch auf die Adresse www.geobytes.com/IpLocator.htm. So, und jetzt probieren Sie dasselbe noch einmal mit Hilfe von Anonymouse. Sie werden sich wundern, was andere allein aus Ihrer IP-Adresse herauslesen können.


Wenn ich dagegen anonym surfe, kann ich ab und zu auch mal Jugendgefährdendes aufrufen und bei der Knackhintern-Hitparade mitstimmen, ohne fürchten zu müssen, dass das jemand mitbekommt. Muss schließlich auch niemand wissen.


Ob das anonyme Surfen allerdings wirklich so perfekt funktioniert wie behauptet, daran habe ich mittlerweile doch leise Zweifel. Vor einigen Tagen bummelte ich jedenfalls ganz analog durch die Stadt. Da glotzten mir mehrere Leute grinsend aufs Hosentürchen. Dabei war das gar nicht offen.